Anorexia nervosa - Magersucht

Anorexia nervosa - Magersucht

Essstörung
Anorexia nervosa – Magersucht in der Alltagssprache. Es ist eine Erkrankung  die sich über den Körper ausdrückt, aber  es liegt ihr jedoch ein komplexes biopsychoszoziales Ursachengefüge zu Grunde.
 
Deshalb darf nicht nur an deinen körperlichen Funktionen oder deinem Gewicht in der Therapie gearbeitet werden, sondern an deiner „Gesamtheit“. Also deinen Gefühlen, deinem Körperempfinden und geitstigen Akitivitäten. Ebenso deine sozialen und ökologischen Bezügen.
 

Ätiologie

Essstörung Ursache

Essstörung

Die genauen Ursachen der Anorexia nervosa ist unbekannt, die heutigen Lehrmeinungen und wischenschaftlichen Studien gehen von einer mulitfaktoriellen Entstehungstheorie aus, welche zum Ausbruch der Erkrankung führen.

Multiple Entfremdung

Das philosophisch-anthropologisches Krankheitsmodell der Integrativen Therapie sieht die Essstörung als Zeichen multipler Entfremdung. Das heißt dein Körper wird zu einem Fremdkörper.

Die verengte Wahrnehmung fürt zu weiteren Entfremdungen und zwar die zu deinen Mitmenschen und zu deiner Umwelt.

Zu deinen Mitmenschen, weil sie dich und dein Essverhalten nicht verstehen können oder wollen. Auch weil, sie deine verzerrte Körperwahrnehmung nicht sehen können.

Zu deiner Umwelt, erzwungen durch deine Mitmenschen. Andererseits durch dich, da du in deine eigene „EssstörungsWelt“ flüchtest. Dort fühlst du dich wohl und kannst dich ungehindert mit deinem Körper und Gewicht auseinandersetzen. In eine Welt in der du alles dafür tust um deiner Idealfigur, deinem Idealgewicht immer näher zu kommen. In deine Welt in der du dich unbewusst selbst zerstörst.

Dadurch kommt es zu diesen Entfremdungen – die dich hindern wieder die Realität zu sehen und zu leben.

Soziokulturelle Faktoren

Das kulturelle und gesellschaftliche Bild vom Menschen, insbesondere das heutige Schönheits- und Schlankheitsideal, fördert die Entwicklung von Essstörung. Gerade in der Phase der Adoleszenz also in der Pubertät, ist die Gefahr sehr groß.

Die Werbung oder auch die social Medien gaugeln dir ein Schönheitsideal vor, welches dich negativ beeinflusst. Ich sehe es positiv, dass es in diesen Bereichen bereits Gegenbewegungen gibt. Bewegungen die den Menschen so zeigen wie sie tatsächlich sind. Menschen mit Speckröllchen, mit Cellulitis, mit Bäuchlein oder unterschiedlichen Narben/Merkmalen.

Auch bestimmte Sportarten z.Bsp. Ballett, Eiskunstlauf oder Rennreiten gelten als Risikofaktoren. Und nicht zu vergessen der Traum von vielen jungen Mädchen. Modell zu werden und sich dafür krank hungern.

Psychosoziale Faktoren

Belastende Lebensereignisse können zu einer unzureichenden Anpassung an die Realität führen. Vorallem wenn du keine passenden Bewältigungsstrategien entwickelt hast. Deshalb kann die Essstörung auch als eine Bewältigungsstrategie gesehen werden. Hier hast du die Strategie auf deinen Körper verschoben um Konflikte oder Probleme zu lösen.

Ich erkläre es dir an einem Beispiel aus der Praxis:

Eine betroffene Person hatte durch ihre wichtigsten Bezugspersonen (Mutter, Vater, Trainer…) erfahren, dass sie Zuneigung nur durch Leistung im Sport bekam. Über Leistung und ständiger Gewichtskontrolle. Waren die Leistungen zu gering oder das Gewicht zu „hoch“ wurde diese Person mit Liebesentzug und Vorwürfen bestraft.

Andere Menschen bestimmen über den Körper, andere Menschen bestimmen über das Gewicht, andere Menschen bestimmen wie die betroffene Person auszusehen hat.

Gleichzeitig schmerzen die Vorwürfe und der Liebesentzug. Die Glaubenssätze „Ich bin nicht genug, ich schaffe es nicht, ich bin nichts, ich kann nichts“ haben sich manifestiert.

Die Strategie war sich nicht mehr spüren zu müssen. Die Gefühle, den Körper und gleichzeitig den Körper durch Nahrungsentzug und vermehrten Training zu schinden um dem „sportlichen Ideal“ näher zu kommen. Gleichzeitig immun gegen den körperlichen und seelischen Schmerz zu werden. Es kam zu einer Entfremdung des eigenen Körpers und den Gefühlen.

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Identitätskonflikt

Die psychodynamischen Theorien sehen die Ursache von Essstörungen in intrapsychischen Konflikten und unbewältigten Entwicklungsaufgaben. Also sie meinen, dass du in der Puberät dich körperlich veränderst bzw. verändert hast. Gleichzeitig verspürst oder hast du verspürt, dich von deinen Eltern abzulösen. Dabei werden/wurden kindliche Konflikte wiederbelebt und diese werden/wurden mit der Essstörung bewältigt. Dadurch kommst du in einen Identitätskonflikt. Es ist ein Konflikt zwischen Funktionieren, Aktivität und Selbstkontrolle. Bedürftigkeit, Schwäche oder Unkontrolliertheit werden als defekte negative wahrgenommen.

Fehlen dir innere sichere Strukturen verwendest du deinen Körper als Werkzeug im Kampf um Identität.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Patientin wollte wieder gesund werden und gegen die Essstörung kämpfen. Sie versuchte die Essportionen zu erhöhen, aber der Spaß und die Freude am Essen war nicht da. Für sie hatte es mehr Sinn zu hungern, da sie hier das Gefühl hatte Kontrolle über sich selbst zu haben. Keine Kontrolle über sich zu haben sah sie als Schwäche. Ebenfalls das erhöhen der Portionen. Die Angst die Selbstkontrolle zu verlieren war einfach zu hoch.

Autonomie

In der Puperät bzw. Phase der Adoleszenz hast du den Wunsch sich von deinen Eltern abzulösen. Den Wunsch selbst zu entscheiden, dein eigenes Leben zu führen also autonom zu sein. Aber gleichzeitig begleitet deinen Wunsch auch eine Angst – die Angst vor der Trennung. Das Hungern in dieser Phase der Entwicklung soll dein Wachstum deine Autonomie einschränken, aber auch gleichzeitig ermöglichen.

Ich erkläre es dir wieder an einem Beispiel:

Der Alltag einer Jugendliche wurde von ihrer Mutter sehr bestimmt. Die Mutter bestimmte die Kleidung, die Freizeitaktiviäten und wann Freund kommen oder sie Freunde treffen darf. Einerseits genoß die Jugendliche die „Fürsorge der Mutter“ bzw. wurde ihr das Gefühl vermittelt – die Mutter weiß was das Beste für sie ist. Gleichzeitig beschwerte sie sich immer wieder in der Therapie, dass die Mutter sie nicht ernst nehme. Sie ihr ständig Vorschriften mache und sie wie ein Kleinkind behandeln würde. Die Mutter würde nicht akzeptieren, dass sie bereits erwachsen ist usw.

Ihre Bewältigungsstrategie war das Hungern – durch das Hungern hatte sie Selbstkontrolle. Denn der Hunger kam von ihr drinnen, er war ihr ganz eigenes Empfinden. Durch das Hungern schaffte sie sich eine gewisse Autonomie.

Grenzkonflikt

Du hast sicher den Wunsch nach Nähe – gleichzeitig kann sich aber auch die Angst vor Verschmelzung entwickeln. Damit die Grenzen zu deinen Bezugspersonen gewahrt wird – beginnst du zu hungern. Deine Grenzen sind nicht zwischen dir Selbst und deiner Außenwelt sondern in dir drinnen. Die Grenze zwischen Körper und Geist bzw. deine Gedanken, dein Geist kontrolliert deinen Körper.

Wie es dazu kommen kann erkläre ich dir:

Nehmen wir die letzten Beispiele her.

Die Mutter bestimmt über das Leben der Jugendliche. Die Eltern bestimmen über den Gewicht und Leistung usw.

Hier werden einerseits massive Grenzen überschritten. Anderseits haben die betroffenen Personen nur geringe Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen. Gleichzeitig verlieren sie die Kontrolle die Kontrolle über sich Selbst und Außen. Es entsteht die Angst, kein eigenständiger Mensch zu sein – sondern mit den Bezugspersonen zu verschmelzen. Ja sogar komplett verschlungen zu werden und nicht mehr zu existieren. Vielleicht kennst du ja auch, dass deine Eltern oder Bezugspersonen oft das Wort „Wir“ verwenden. „Wir schreiben morgen Schularbeit. Wir haben morgen ein Vorstellungsgespräch“  Es verschmelzen die Personen – du wirst „verschlungen“.

Abwehr der Sexualität

Hier wird davon ausgegangen, dass du durch das hungern, deine sexuelle Entwicklung verhindern möchtes. Oder vielleicht auch wieder Rückgängig machen möchtest. Es wird angenommen, dass durch die oralen Bedürfnissen als das Hungern die genitalen-sexuellen Impulse abgewehrt werden sollen.

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